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Brauereiführung

Ich begrüße Sie recht herzlich hier in Husums Brauhaus.
Mein Name ist Jens Nachtwein und ich bin der Braumeister hier im Haus .Ich werde ihnen heute etwas zur Geschichte, zu den Rohstoffen, zur Bierherstellung, sowie zur Gesundheit des Bieres erzählen.

Die ersten Bierbrauer gab es wohl schon 7000 Jahren vor unserer Zeitrechnung im geschichtsträchtigen Zweistromland des Eufrat und Tigris. Das älteste Dokument jedoch, das so genannte „Monument bleu“ ist in Stein gehauen und zeigt das enthülsen von Emmer zur Bereitung von Opferbier für die Göttin Nina Harra im 3. Jahrtausend vor Christus. Dieses Dokument ist in London aufbewahrt, da bedeutet, dass es bei den Summerern bereits nachweisbare Brauaktivitäten vor 5000 Jahren gab.

Sicherlich gab es noch keine Hefe oder Hopfen. Man stellte die Maische, die heute aus geschrotetem Gerstenmalz und Wasser hergestellt wird, her, in dem man Emmerschrot zu Laiben formte, leicht gebacken hat dann wieder auf brach und nun dem Zufall überlassen hat, was daraus wird.

Das heißt es gab wilde Hefen, welche die Gärung übernahmen und es wurde mit Honig oder Zimt gewürzt. Nicht wie heute, mit speziellen Bierhefen und Hopfen.
Schon damals wurden die Brauer, genau wie die Köche, vom Kriegsdienst befreit. Das war eine außergewöhnliche Vergünstigung wenn man bedenkt das sich die Stadtstaaten regelmäßig befehdeten und es ständig Überfälle von Bergvölkern gab. Damals waren es hauptsächlich Frauen die das Bier herstellten und tranken.

Die erste Gesetzessammlung, in den der Ausschank geregelt wurde, ist eine Säule mit 282 Paragraphem, die in Stein gemeißelt wurden und heute im Pariser Louvre aufbewahrt wird. Die Säule wurde von König Hamurrapi dem bedeutendsten König des babylonischen Reiches, ca.1700 Jahre vor unserer Zeitrechnung angefertigt. Dieser König hatte immer ein waches Auge auf seine Brauer, denn wer beim panschen erwischt wurde, der wurde in seinen eigenen Fässern ertränkt.
Auch bei den Ägyptern ist seit ca. 4000 Jahren von Bierbrauern die Rede; jedoch stand bei den Ägyptern der Wein im Vordergrund und das Bier war nur ein Getränk für die Armen.

Die Germanen kannten ebenfalls schon Bier, das sie mit Honig versetzten und es Met, den germanischen Göttertrunk, nannten. Später, zur Zeit Karls des Großen, entwickelten sich die ersten Klosterbrauerein. Es gibt noch Baupläne des Schweizer Kloster in St. Gallen aus dem 9 Jahrhundert, das bereits 40 Wirtschaftsgebäude und 3 Braustätten zeigte. Mit der Entwicklung der Klosterbrauerein kam auch der Hopfen zur Bierbereitung. Der Hopfen setzte sich bei der Bierbereitung immer mehr durch und löste allerlei Kräuter ab. Die Bierbereitung entwickelte sich in Deutschland zu einem weit verbreiteten Gewerbe Im 15 Jahrhundert festigte sich die gewerbliche Stellung der Brauer. Mittlerweile wurde Bier aus Gerste, Hopfen und Wasser gebraut. Jedoch führten Missernten und andere Umstände dazu bei Rohstoffknappheit andere Rohstoffe als üblich zu verwenden. So wurde manchmal Hopfen durch anderen Kräuter ersetzt oder billiger Hafer mit verarbeitet. Von einigen verwendeten Ersatzkräutern ging sogar eine Gesundheitsgefährdung aus. Um solche Missstände zu vermeiden wurde von Herzog Albrecht IV. 1487 eine umfassende Brauordnung erlassen in der es heißt: „Bier soll aus nichts anderem denn Hopfen, Gerste und Wasser gesotten und nicht eher ausgeschenkt werden, bevor es geschaut und gesetzt ist“. Auf dieses Gebot mussten alle Brauer einen Eid schwören bevor sie zu brauen begannen. Ähnliche Festlegungen gab es auch in anderen Städten, bis es, durch den bayrischen Herzog Wilhelm IV., schließlich 1516 zum Reinheitsgebot kam. Seit diesem Erlass durch werden bis heute sämtliche Biere mit den 4 Rohstoffen, Hopfen, Malz, Wasser und Hefe gebraut. Der Brauer hat die Möglichkeit aus diesen Rohstoffen ca. 5000 verschiedene Sorten Bier herzustellen.


Sie hätten somit die Möglichkeit 13,5 Jahre jeden Tag ein anders Bier zu trinken.